Andreas Stuhlmann (Hg.):
»ZUM UMDENKEN BRAUCHT MAN GESELLSCHAFT«
Christian Geisslers Arbeiten für Kino und Fernsehen
Verbrecher Verlag 2026
ca. 480 Seiten, lfb Texte 25, erscheint November 2026
Inhaltsverzeichnis
Christian Geissler hat beinah fünf Jahrzehnte für elektronische Medien, für Rundfunk, Kino und Fernsehen gearbeitet. Fast dreißig Jahre davon machte Geissler Filme. Bisher stand seine Arbeit für Kino und Fernsehen im Schatten seines im engeren Sinne literarischen Werks. Dieser Band wechselt die Perspektive. Aus dem Blickwinkel von Geisslers Filmschaffen verändert sich auch unsere Sicht auf seine Romane, Erzählungen und Reportagen. Seine sieben verfilmten Fernsehspieldrehbücher – und mindestens ebenso viele nicht realisierte –, seine achtzehn Dokumentarfilme und seine Beiträge für Fernsehmagazine bilden einen zweiten Schwerpunkt seines Werkes, und sie sind eng mit den literarischen Texten verwoben. Von Beginn an ist der Film, ob im Kino oder im Fernsehen, für Geissler ein Medium der politischen Veränderung, aber »zum Umdenken brauchte man Gesellschaft«.
Der Band basiert auf der Tagung „Glücksgefühle am Schneidetisch?“ Christian Geisslers Arbeit für Film und Fersehen, die vom 30. Mai bis 1. Juni 2024 in der Staats- und Universitätsbiobliothelk Carl v. Ossietzky in Hamburg stattgefunden hat.

Inhalt
»Veränderung braucht Gesellschaft«
Ein Vorwort
Andreas Stuhlmann
Statt einer Einleitung
Genickhieb mit der Kamera
Dietmar Dath
ANKLAGE
Christian Geisslers Fernseh-Arbeiten zur nationalsozialistischen Vergangenheit im Kontext des erinnerungskulturellen Wandels der 1960er Jahre
Christoph Classen
»Weitere Zahlungen an Geissler erfolgen nicht«
Christian Geisslers und das Fernsehen der DDR
Detlef Grumbach
Auf einer »Position der DDR« angekommen?
Christian Geisslers Ende der Anfrage im Fernsehen der DDR
Andreas Stuhlmann
Paar-Beziehungen in Kino und Fernsehen
Wilhelmsburger Freitag (1963/64) und Kopfstand, Madam! (1966/67) als Bestandsaufnahme der bundesdeutschen 1960er Jahre
Peter Ellenbruch
Glücksgefühle am Schneidetisch?
Christian Geissler und Günter Herburger: Zwei konträre Positionen im deutschen Autorenfilm
Michael Töteberg
Immer nur Hausfrau ist blöde, doch die Revolution frisst ihre Frauen
Aspekte der Genderkonstruktion in den fiktionalen Filmen von Christian Geissler und Helke Sander
Joan Kristin Bleicher
»Weit links aussen in die Sackgasse«
Christian Geisslers Erfolg und seine zunehmende Isolation in den 1960er Jahren
Detlef Grumbach
»Argumentationsstoff 90 min lang in 5 bis 15 Millionen Wohnzimmer senden«
Ein Brief von Christian Geissler an Dieter Meichsner
Zwischenfragen
Ein Fernsehspiel
Christian Geissler
Begriffen wird übers Wort. Man kommt nicht drum herum!
Der Schriftsteller Christian Geissler und der (dokumentarische) Film
Didi Danquart
Überwachen, Strafen und soziale Formierung
Der Film Ein Jahr Knast (1970/71) im Kampf um den Reformvollzug, politischen Widerstand und die Rolle des Dokumentarismus
Andreas Stuhlmann
Urlaub im Vagen
Über Gezählte Tage von Christian Geissler
Stefan Ripplinger
Die Ballade vom unerfüllten Leben
Zur unerzählten Negativität der Geschichte in den Arbeiter*inneninterviews von Christian Geisslers Dokumentarfilm Himmelstrasse (NDR 1975)
Carsten Probst
Wir hätten sie einsperren sollen
Vom Versuch Täterinnenschaft zur Sprache zu bringen
Clemens Böckmann
Wivenhoe Park in Altona
Nachdenken über einen Fernsehfilm von Christian Geissler
Sabine Peters
Statt eines Nachworts
Zwischen Kritik, Gebrauchskunst und zeithistorischem Dokument
Was tun mit Christian Geisslers Filmwerk? – Eine kritische Perspektive
Ingo Meyer
Filmografie Christian Geissler
Glossar
Über die Autor*innen
